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ZWISCHEN WAHRNEHMUNG UND DIALOG

Mich interessieren Bilder als Räume, in denen Wahrnehmung offen bleiben kann.

Eine Fotografie zeigt etwas, aber sie bestimmt nicht, was wir darin sehen. Perspektive, Ausschnitt und Licht spielen dabei eine Rolle – genauso wie unsere eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Vorstellungen. Was ich in einem Bild sehe, kann für jemand anderen etwas völlig anderes bedeuten.

Genau dieser Zwischenraum interessiert mich: zwischen dem, was tatsächlich sichtbar ist, und dem, was wir selbst in ein Bild hineinlesen.

Beim Betrachten kann ein innerer Dialog entstehen. Ein Bild kann Erinnerungen auslösen, Fragen aufwerfen oder etwas berühren, das zunächst nicht eindeutig benennbar ist.

Gleichzeitig interessiert mich der Dialog zwischen Menschen. Was passiert, wenn unterschiedliche Wahrnehmungen aufeinander treffen? Wenn jemand etwas in einem Bild entdeckt, das ich selbst nicht gesehen habe? Im Austausch können sich Sichtweisen ergänzen, widersprechen oder verändern.

Darin liegt für mich das Interessante an Fotografie: Ein Bild muss keine eindeutige Geschichte erzählen und keine Antwort geben. Es kann einen Raum öffnen – für Wahrnehmung, Gefühle, Projektion, Erinnerung und neue Gedanken.

POLYLOG versteht Bilder als Ausgangspunkt für inneren und zwischenmenschlichen Dialog.